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FFM-Rock - 12 march 2009
Mit "The Gift Of Tears" legen ULYSSES nach knapp sechs Jahren ihr zweites Werk vor, lässt man das "Electic" Demo mal außen vor. Ein ziemlich langer Zeitraum für eine noch recht unbekannte Band und sicherlich nicht gerade Karrierefördernd. ULYSSES bieten auf ihrem aktuellen Rundling eine Stunde lang episch-progressiven Metal alter US-Schule. Der Sound der Niederländer ist geprägt durch dominanten Keyboard und Synthie Einsatz, was "The Gift Of Tears" einen kräftigen Bombastschub verleiht. Technisch sind die sieben, meist überlangen Stücke, auf einem anständigen Niveau, dabei trotz diverser Breaks immer nachvollziehbar und sehr melodisch gehalten. Diese Nachvollziehbarkeit wird sicherlich auch dadurch verstärkt, dass durchgehend im mittleren Tempo geproggt wird. Selbst das 14 minütige "Anat" wirkt wohl strukturiert und irgendwie kurzweilig. Da diese Formel auf alle Songs zutrifft, kann man wunderbar bei einem Glas Wein im heimischen Sessel versinken und sich von den melancholischen Klängen mit dem gewissen Anspruch berieseln lassen. Leider fehlt "The Gift Of Tears" etwas der Durchschlag, eine flottere Nummer oder wenigstens ein Ausbruch während der ohnehin langen Songs hätte schon drin sein können. Lediglich "How Much More" bietet härtere Riffs, die ein bisschen zum bangen einladen. Insgesamt erinnern mich ULYSSES stark an eine leichtere Version der italienischen Progband Vanishing Point, was neben den instrumentalen Kompositionen auch am Gesangstil von Michael Hos liegt. Natürlich lauern auch die üblichen Verdächtigen FATES WARNING oder DREAM THEATER (alte) hinter der einen oder anderen Melodielinie. ULYSSES präsentieren mit "The Gift Of Tears" kein außergewöhnliches, aber dennoch grundsolides Werk. Ausfälle sind letztlich keine zu verbuchen, trotzdem fehlt im Gegensatz zu den Alben der oben genannten Referenzen aber einfach etwas der Pepp. FFM-Rock |